2007-11-25T11:18:18
Bevor die Schulter schmerzt
Praktische übungen zur Dehnung der Schultermuskulatur
von Werner Sperling, Heilpraktiker, Hamburg
Schulterschmerzen sind für Bogenschützen ein besonderes Problem. Mit den körperlichen Beschwerden wächst die Sorge, den geliebten Sport nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ausüben zu können. Seit ich diesem Hobby mit meinem Langbogen nachgehe, bin ich vielen begegnet, denen die Schulter ihres Zugarmes erheblich zu schaffen macht, andere hatten bereits Operationen hinter sich oder stehen kurz davor. Ich möchte deshalb mit einigen einfachen praktischen übungen einen kleinen Beitrag zur Selbsthilfe und zur Vorbeugung leisten. Vorab soll ein kurzer Blick in die Anatomie des Schultergelenks zeigen, wo die Problempunkte liegen.

Bildnachweis: Lomba Peper Handbuch der Chiropraktik und strukturellen
Osteopathie Haug 2. Auflage
Die fünf Schultergelenke
Sprechen wir vom Schultergelenk, meinen wir meist die gelenkige Verbindung zwischen Schulterblattpfanne und Oberarmkugel (4). Die volle Beweglichkeit der Schulter ermöglichen die Gelenkverbindungen zwischen
- Brust- und Schlüsselbein (1)
- Schlüsselbein und dem Schulterblattdach sowie die Gleitschicht aus
- Sehnenmanschette und Schleimbeutel zwischen der Oberarmkugel und dem Schulterblattdach (3) und zwischen Schulterblattinnenseite und Brustkorb (5)
Bewegungseinschränkungen entstehen, wenn eine oder mehrere dieser fünf
Strukturen in ihrer Funktion beeinträchtigt sind.
Die Hauptursachen dafür sind:
- Muskuläre Verkürzungen
- Verklebungen oder Entzündungen der Gleitstrukturen
- Degenerative Veränderungen an Sehnen und Gelenkkapsel
- Die Folgen von Mikroverletzungen durch überanstrengung
- Kalzifizierungen, d.h. Kalkablagerungen, an den Sehnen
- Mechanischer Druck und Reizung der Weichteilstrukturen in knöchernen Engpässen (Impingement-Syndrom).
Muskulatur, Sehnenmanschette und Gleitschichten
An Schulterblatt und Oberarm setzen kräftige Muskelgruppen an. Sie ermöglichen die vielfältigen Bewegungsrichtungen, stabilisieren das Schultergelenk und schützen es so gegen "Auskugeln" (Luxationen). Vier Muskelgruppen umschliessen die Gelenkkapsel mit einer festen Sehnenmanschette sie ist das eigentliche Kernelement des Schultergelenks, wenn es um Stabilität und Bewegungsrichtungen geht. Damit die knöchernen Gelenkpartner gut gegeneinander gleiten und die Sehnen der ansetzenden Muskulatur reizfrei und ohne Knochenkontakt arbeiten können, liegen zwischen Schulterblattdach und Oberarmkopf schützende und abfedernde "Flüssigkeitskissen". die sog. Schleimbeutel. Eine weitere Gleitschicht zwischen Schulterblattinnenseite und Brustkorb gewährleistet die freie Beweglichkeit der aufeinander liegenden Muskelschichten an der Brustseite. So kann das Schulterblatt die Bewegungen ausführen, die für das Armheben zwischen 90 Grad bis 180 Grad und für die Aussen- und Innenrotation erforderlich sind.






