2007-08-03T23:20:50
Der BC Baden in der Presse
AZ 20. April 2007
Spannen, zielen und treffen
Bogenschiessen: Das Historische Museum lanciert Ferienaktion für Oberstufenschüler.

Die Augen ziehen sich zu schmalen Schlitzen zusammen, Gabriel Brunner spannt den Bogen, zielt – und schiesst. Mit einem lauten Zischen durchschneidet der Pfeil die Luft und bohrt sich nach 15 Metern in den Boden. «Mit diesen historischen Bogen ist es viel schwerer zu schiessen als mit den modernen», sagt der elfjährige Gabriel. In der Hand hält er nämlich den geschwungenen Nachbau eines mongolischen Pfeilbogens. Er wartet auf das Zeichen, dann sammelt er die verschossenen Pfeile ein.
WARTELISTE WAR NöTIG
Mit 19 anderen Kindern zwischen 11 und 15 Jahren besucht Gabriel die Ferienaktion «Cool, so ein Bogen», organisiert vom Historischen Museum Baden. Der viertägige Kurs ist ein Versuch; erstmals wird eine Ferienaktion für ein älteres Zielpublikum angeboten. Mit Erfolg: «Wir mussten sogar eine Warteliste einrichten, so gross war die Nachfrage», sagt Museumspädagogin Luisa Bertolaccini. Nun soll auch in den Herbstferien eine Ferienaktion für Oberstufenschüler auf die Beine gestellt werden.
Neben dem Schiessen bekommen die Jugendlichen auf spielerische Art und Weise die Geschichte des Bogens vermittelt. Luisa Bertolaccini hatte erst Bedenken, zu viel Historisches würde langweilen. Zur eigenen überraschung stellte sie fest: «Es hätte sogar mehr Theorie ertragen, die Gruppe war sehr interessiert.» Ab dem zweiten Tag ging es dann bereits zum Schiessen auf den Sportplatz Aue.
Historische Bogen aus der Mongolei oder aus dem alten Rom und moderne Sport-Präzisionsgeräte: Die Kinder konnten sie alle ausprobieren. René Berger vom Bogenschützen-Club Baden zeigte die neusten Varianten des Pfeilbogens, während Daniel Kellenberger die historischen Modelle erklärte. Kellenberger ist Experimental-Archäologe. Anhand von Fundstücken baut er Gegenstände nach und testet sie. Eine Arbeit, die Zeit braucht. Zwei bis drei Jahre dauert es, bis ein Bogen hergestellt ist.
Gabriel Brunner spannt den Pfeil wieder in den Bogen und nimmt die richtige Haltung ein. «Ich mag die alten Pfeilbogen lieber als die neuen. Damit zu schiessen ist noch eine wahre Kunst», sagt er, spannt die Sehne, verharrt und zielt, lässt los, und wieder schiesst das Geschoss Richtung Ziel. Ein Treffer?







